Deutscher Euro-Beitrag nach Rating-Chaos im Fokus

Nach der Aberkennung von Frankreichs Spitzenrating durch die amerikanische Standard & Poor’s könnte Deutschland ein höherer Beitrag zum Rettungsfonds EFSF drohen. Nach dem Ausfall stellt sich für S&P die Frage, ob die noch übrig gebliebenen vier Triple-A-Rating-Staaten höhere Beiträge einbringen müssen, oder ob zusätzliche Geldmittel aufgebracht werden können. Bundeskanzlerin Merkel wies die Forderungen zurück und versuchte die Dramatik der Entscheidung herunterzuspielen. Sie erwarte keine höheren Beitragsleistungen für Deutschland.

Die FDP und die Opposition sehen das anders. Sie erwarten einen Anstieg des deutschen Beitrags und sprechen von einer ernst zu nehmenden Warnung. Tatsache ist, dass der EFSF an Power verliert und das Geld teurer wird. Die Spitzenquote von Triple-A wird mittlerweile nur noch von Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg und Finnland gehalten.

Die S&P-Entscheidung wird in der Koalition massiv kritisiert. Man spricht von einer „Attacke gegen den Euro“. Guido Westerwelle sprach über Überlegungen zur Schaffung einer europäischen Ratingagentur, um den Wettbewerb zu erhöhen. Es müsse verhindert werden, dass der Euro durch politische und wirtschaftliche Interessen unterminiert werde. Der Michael Fuchs, Vize der Unions-Fraktion fragt, warum nicht hoch verschuldete Staaten wie die USA oder Großbritannien im Fokus der Agentur stehen. Und es steht die Frage im Raum, warum die Herabstufung Frankreichs genau dann kommt, wenn das Land beschlossen hat, Reformen durchzuführen.

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